Kata Legrady


Kata Legrady

Kata LegradyKata Légrády studierte als Jungstudentin Operngesang und Komposition an der Akademie der Musik und der Bildenden Künste der Universität in Pécs sowie Schauspiel an der Gór Nagy Mária Drama School in Budapest, wirkte in zahlreichen Musical- und Fernsehproduktionen mit, entschied sich dann aber für eine Laufbahn als bildende Künstlerin.

In Ihrem künstlerischen Schaffen wurde sie u. a. geprägt von ihrem späteren Mentor Prof. Daniel Spoerri, Mitbegründer der Künstlergruppierung Nouveau Réalisme und Erfinder der Eat-Art, dem deutschen Künstler und Kunsttheoretiker Prof. Bazon Brock sowie durch die Künstler Jacques Villeglé, Raymond Hains und Philippe Pasqua, die sie im Rahmen von Studienaufenthalten in New York, Oxford und Paris kennenlernte.

In ihren Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Video-Installationen setzt sich die Künstlerin mit dem Spannungsverhältnis von Gewalt, Macht und Konsum auseinander, wobei sie spielerisch Handfeuerwaffen, Handgranaten oder Fliegerbomben mit bunten Smarties, Elementen von Disney-Figuren, Pelz und Federn, oder auch mit Geldscheinen kombiniert, dekoriert oder mit schrillen Bonbonfarben lackiert. Es entsteht eine bestürzende Spannung zwischen Kindheit und Zerstörung, zwischen Gewalt, Leiden und der Erinnerung an kindliche Spiele. “Ihre Fetischobjekte sind eine Weiterentwicklung der surrealistischen Objektkunst im Zeitalter der Hochglanzästhetik.”

Mit ihnen will Kata Légrády in öffentliche Diskurse zu globalen Konflikten und Krisen eingreifen. Entsprechend dieser Maxime wurden die verfremdeten Kriegsgeräte Légrádys 2014 in einer Sonderausstellung anlässlich des Beginns des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren den mahnenden Kriegsreflexionen der Künstlerkollegin Käthe Kollwitz im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin gegenübergestellt. Légrádys Objekte sollten die pazifistischen Forderungen der Käthe Kollwitz aktualisieren. Die Zeitung Die Welt lobte dieses museale Wagnis als “eine der interessantesten und sehenswertesten Ausstellungen” dieses Gedenkjahres und als “kuratorische Glanzleistung” der Kuratoren Gudrun Frisch und Pay Matthis Karstens.

Kata Légrády ist die Witwe des Unternehmers und Kunstsammlers Jan A. Ahlers. Sie lebt und arbeitet in Hannover, Paris, Kampen und Budapest.